Dr. Claudia Harzer & Dr. Marco Weber

Dr. Claudia Harzer & Dr. Marco Weber

Name: Harzer

Vorname: Claudia

Titel: Dr.

Name: Weber

Vorname: Marco

Titel: Dr.

Zu Gast am Fachbereich/ggf. Institut / Fachgebiet: Fachbereich Humanwissenschaften, Institut für Psychologie

Gastzeitraum: Oktober 2018 bis September 2019

Schwerpunkt in der Lehre: Positive Psychologie im interdisziplinären Kontext

Schwerpunkt in der Forschung:

Dr. Harzer: Die Rolle von positiven Persönlichkeitsmerkmalen für das Erleben und Verhalten im beruflichen Kontext

Dr. Weber: Determinanten und Indikatoren von Wohlbefinden in unterschiedlichen Lebens- und Altersbereichen

Akademische Stationen: Universität Bielefeld, Universität Zürich, PH Schwäbisch Gmünd, University of South Carolina, Universität Kassel

Wieso treten Sie diese Gastprofessur als Tandem an?

Wir als Paar gehen bereits seit 2006 gemeinsam den akademischen Karriereweg. Seitdem haben wir erfolgreich unterschiedliche Tandem-Lösungen an verschiedenen Institutionen praktiziert. Im Wintersemester 2012/2013 und seit dem Wintersemester 2014/2015 praktizieren wir Jobsharing auf professoraler Ebene und nehmen dabei gemeinsam und gesamtverantwortlich die mit uns vereinbarten Aufgaben wahr. Durch diese Form der Zusammenarbeit ergeben sich wertvolle Synergieeffekte, weil wir gezielt unsere individuellen aber auch partiell überlappenden fachlichen und organisatorischen Kompetenzen nutzen können. Gern möchten wir auch am Beispiel dieser Gastprofessur aufzeigen, dass diese Form des Jobsharings ein praktikables und erfolgreiches Anstellungsmodell im akademischen Kontext sein kann.

Was erwartet Studierende in Ihren Lehrveranstaltungen?

In unseren Lehrveranstaltungen kooperieren verschiedene Studierendenteams miteinander. Diese setzen sich immer aus Psychologiestudierenden einerseits und Studierenden der Disziplinen Architektur, Lehramt am Gymnasium (LaG) oder Sportmanagement andererseits zusammen. Die Studierenden erfahren auf diese Weise praktisch die Unterschiedlichkeit des Vokabulars und erleben relevante Themen und Fragen der jeweils anderen Disziplin. Darüber hinaus lernen sie die synergetischen Effekte einer interdisziplinären Zusammenarbeit kennen. Die Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/2019 und im Sommersemester 2019 dienen der Vermittlung und Anwendung positiv-psychologischer Inhalte mit interdisziplinärer Problemorientierung. So werden in interdisziplinären Teams interdisziplinäre Produkte kooperativ erarbeitet. Architektur- und Psychologiestudierende planen beispielsweise einzelne Teilbereiche einer Grundschule (z.B. den Schulhof), die aufgrund ihrer Gestaltung das Wohlbefinden und Lernen der SchülerInnen unterstützen sollen. LaG- und Psychologiestudierende erarbeiten beispielsweise einen Lehrplan für ein spezifisches Fach (z.B. Mathematik, Englisch), der positiv-psychologische Aspekte (z.B. positive Emotionen, persönliche Stärken) berücksichtigt, um Wohlbefinden und Leistung im Kontext Schule zu verbessern. Sportmanagement- und Psychologiestudierende entwickeln beispielsweise Maßnahmen zur nachhaltigen Steigerung der psychischen und physischen Gesundheit. Im Rahmen der Vertiefungsseminare, die im Sommersemester 2019 folgen, sollen diese Produkte in Pilotstudien auch hinsichtlich ihrer Auswirkungen evaluiert werden.

Was ist für Sie in der Lehre besonders wichtig?

Unsere Grundwerte, die sich auch in unserer Lehre widerspiegeln, sind u.a. Fairness, Lösungsorientierung, Strukturiertheit und Transparenz. Gute Lehre ist aus unserer Sicht eine Kombination aus (1) Dozierenden, die Freude daran haben, anregende Lernumgebungen zu erschaffen und (2) Studierenden, die Freude daran haben, sich in solchen Lernumgebungen neues Wissen und neue Kompetenzen anzueignen. Im Rahmen der Lehre streben wir daher eine ausgewogene Mischung aus den folgenden Aspekten an: (a) Vermittlung/Erarbeitung inhaltlichen Wissens; (b) kritische Diskussion der praktischen Relevanz der Inhalte; (c) praktische Umsetzung/Anwendung des Gelernten (z.B. im Rahmen von Projektarbeiten, Übungen, Selbsterfahrungen); (d) Aufbau allgemeiner Kompetenzen (z.B. kritisches Lesen und Verstehen wissenschaftlicher Texte; Teamarbeit; Zeitmanagement).

An der TU und insbesondere im Rahmen von KI2VA wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Feld Schnittstellen zu anderen Fachgebieten/Fachbereichen?

Unsere Gastprofessur selbst ist interdisziplinär ausgerichtet (siehe auch Antwort auf die Frage „Was erwartet Studierende in Ihren Lehrveranstaltungen?“). Die Psychologie generell hält eine Vielfalt an Schnittstellen zu anderen Fachgebieten/Fachbereichen bereit. Wann immer der Fokus auf dem Erleben und Verhalten von Menschen liegt (z.B. im Umgang mit neuer Technik), kann die Psychologie wichtige Inputs geben. Umgekehrt profitiert die Psychologie auch von anderen Disziplinen, beispielsweise von der Informatik, wenn es um die Programmierung menschlichen Erlebens und Verhaltens geht (z.B. im Rahmen der Erforschung künstlicher Intelligenz). Eine Erweiterung um „positive“ Aspekte menschlichen Erlebens und Verhaltens in solchen interdisziplinären Arrangements liegt uns persönlich sehr am Herzen.

Welches Fach oder welche Fächer würden Sie rückblickend als Studienfach interessieren und warum?

Wir würden immer wieder Psychologie als Studienfach wählen, weil diese Disziplin eine große Vielfalt an Themen bereithält, die mit verschiedenen anderen Disziplinen sehr gut kombinierbar sind. Die Teildisziplin der Psychologie, in der unser Schwerpunkt liegt, berücksichtigt die Diversität von Menschen sehr umfassend und macht diese zum Forschungsthema; gerade das macht Psychologie aus unserer Sicht so spannend.