Tagung 2018

Vernetzte Hochschule – Netzwerke für die Lehre

Bundesweite Tagung des Projekts KI²VA am 13. November 2018 im Kongresszentrum darmstadtium

Das Projekt „Kompetenzentwicklung durch Interdisziplinäre und Internationale Vernetzung von Anfang an“ (KI²VA) ermöglicht als längerfristiges fachbereichsübergreifendes Projekt aufschlussreiche Erfahrungen mit Kooperationen in der universitären Lehre. Vernetzung zwischen Studierenden, Lehrenden, Fachbereichen, zentralen Institutionen und in hochschulübergreifenden Kooperationen ist dabei ein zentrales Element der Projektarbeit und Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg.

Qualitativ hochwertige Lehre ist ein zentrales Ziel aller Hochschulen, Vernetzung als Vertiefung bestehender und Ausbau neuer Kooperationen häufig ein wichtiger Teil von Projektarbeit. Doch wie kann die Vernetzung im Rahmen eines Projekts begrifflich erfasst, zielführend weiterentwickelt und für die Qualität der Lehre fruchtbar gemacht werden? Lassen sich Erfahrungen aus dem bisherigen Projektverlauf ableiten und im Rahmen einer Bestandsaufnahme für die weitere Arbeit zur Stärkung der Lehre nutzen? Welche Rolle kann und soll Vernetzung bei der Konzeption exzellenter Lehre spielen?

Themenschwerpunkte

Die Bandbreite der Fragestellungen reicht von wissenschaftlichen Diskursen in der Netzwerkanalyse bis zu praktischen Fragen der Verwaltung und Steuerung von Lehrprojekten. Folgende Themenschwerpunkte werden auf der Tagung bearbeitet:

Panels Track I: Wege zur Projektintegration in die Universität

PANEL 1.1: Die Bedeutung von Netzwerken für den nachhaltigen Erfolg von Projekten an Hochschulen

Zeitraum:
11:30 – 12:45 Uhr

Panelverantwortung:
Prof. Dr. Joachim Vogt, KI²VA Gesamtevaluation, TU Darmstadt

Moderation:
Lena Spatz, TU Darmstadt

Inputs:
Dr. Karola Wolff, Ruhr-Universität Bochum, „Netzwerkarbeit als Grundelement erfolgreicher Projektarbeit im Hochschulkontext“
Christiane Kellner, TU Darmstadt, „Netzwerke in KI²VA: Strukturen erkennen und formativ evaluieren“

Abstract:
Netzwerke zwischen Hochschulangehörigen (Studierenden, Lehrenden, Forschenden & Mitarbeitenden in der Verwaltung oder zentralen Einrichtungen) in der jeweiligen fachlichen oder interdisziplinär themenbezogenen Community leisten einen zentralen Beitrag zum Erfolg von Lehr/Lern- und Entwicklungsprozessen an Hochschulen. Wie lassen sich diese Netzwerke initiieren, fördern und nachhaltig in der Organisationskultur und -struktur verankern? Welchen Beitrag können Projekte dazu leisten und an welcher Stelle sind organisationale Entscheidungen wichtig?
Zur Evaluation von KI²VA werden Netzwerke definiert, identifiziert, analysiert und bewertet. Zentrale Voraussetzungen für eine positive Wirkung von Netzwerken, die sich aus unterschiedlichen Personen und Personengruppen zusammensetzen, auf den Projekterfolg sind ein gemeinsames Basisinteresse, gelungene Kooperation mit kontinuierlichem Austausch und eine auf Dauer angelegte, stabile Netzwerkstruktur. Über die Beschaffenheit der Projektstruktur, die Art der Kooperation und weiteren Merkmalen werden im Sinne einer formativen Evaluation Anregungen und Handlungsempfehlungen entwickelt.
Im Rahmen des Panels sollen eingebettet in einen allgemeineren Rahmen auf Basis eines Werkstattberichts Ansätze und erste Erkenntnisse aus der Projektevaluation vorgestellt und diskutiert werden.

PANEL 1.2: Organisationsstrukturen aufeinander abstimmen und verflechten

Zeitraum:
13:45 – 15:00 Uhr

Panelverantwortung:
Dr. Henriette Reinecke, KI²VA Studienbüros, TU Darmstadt

Moderation:
Dr. Henriette Reinecke, TU Darmstadt

Inputs:
Dipl.-Inform. Tim Neubacher, TU Darmstadt, „Optimierung durch Quervernetzung – Neue Wege zur Qualitätssteigerung“
Dr. Michael Sywall, Universität Kassel, „Qualitätsentwicklung im komplexen Feld formaler und informaler organisationaler Strukturen – Fallbeispiele aus der Studiengangsentwicklung“

Abstract:
Um die Studienbedingungen und insbesondere die Qualität der Studieneingangsphase kontinuierlich zu verbessern, ist ein optimales Zusammenwirken von zentralen und dezentralen Einheiten erforderlich. An der TU Darmstadt gibt es in jedem Fachbereich Mitarbeiter_innen in den Studienbüros, die als Ansprechpartner_innen für Studierende, Lehrende und Mitarbeiter_innen anderer Fachbereiche sowie zentraler Einheiten fungieren. Diese Stellen bilden ein Netzwerk zur organisatorischen Umsetzung und Steigerung der Qualität von Studium und Lehre. Die fachübergreifende Vernetzung hat zum Ziel, die Abstimmungen zwischen den Fachbereichen und dem Präsidium, der Hochschulverwaltung und den zentralen Einrichtungen zu erleichtern und eine reibungslose Kommunikation sicherzustellen. Diese dezentrale Struktur mit zentralen Abstimmungsmöglichkeiten geht somit über eine klassische Stablinienorganisation hinaus und ermöglicht es, aktuellen Herausforderungen angemessen zu begegnen. Wie aber lässt sich die Vernetzung zentraler und dezentraler Organisationseinheiten nachhaltig verankern, damit sowohl die Interessen der Fachbereiche als auch die Anforderungen im Zuge von fortschreitender Internationalisierung und Interdisziplinarität vertreten und bewältigt werden können? In dem Panel werden Good Practice-Ansätze vorgestellt und diskutiert, bei denen die Verflechtung von Organisationsstrukturen zur Verbesserung der Studienbedingungen geführt haben. Insbesondere stehen folgende Fragen im Fokus:
• Welche Potentiale bietet Vernetzung bei der Einführung englischsprachiger Masterstudiengänge?
• Welchen Effekt hat Vernetzung bei der Organisation, Bewerbung, Platzvergabe und Anerkennung im Zuge von Austauschprogrammen?
• Was sind die Vorteile von fachbereichsübergreifender Verflechtung für Beratungseinheiten?
• Wie kann ein Netzwerk die Konzeption und Organisation eines Mentorenprogramms unterstützen?

 

Panels Track II: Interdisziplinäre und internationale Vernetzung: Von der Strategie zur Umsetzung

PANEL 2.1: Internationalität verankern – Von internationalen Studierenden zu internationaler Lehre

Zeitraum:
11:30 – 12:45 Uhr

Panelverantwortung:
Dr. Lydia Seibel, KI²VA Internationalität, TU Darmstadt

Moderation:
Regina Sonntag-Krupp, Dezernat Internationales, TU Darmstadt

Inputs:
Dr. Lydia Seibel, TU Darmstadt, „Die Entwicklung zielgruppenspezifischer Vorbereitungs- und Begleitangebote am Beispiel der Programme PreCIS und QuaSI“
N. N., „Chancen und Herausforderungen der digitalen Studienvorbereitung im Heimatland“

Abstract:
Studienvorbereitung und -begleitung soll dazu beitragen, den Studienerfolg internationaler Studierender nachhaltig zu verbessern. Die Qualität der angebotenen Maßnahmen soll dabei von der Kooperation und dem Informationsaustausch verschiedener Akteure innerhalb der Hochschule profitieren. Dieses Panel ergründet deshalb die Frage, wie unter Einbeziehung zentraler und dezentraler Organisationseinheiten passgenaue und wirkungsvolle Angebote für Studierende aus dem Ausland gestaltet und durchgeführt werden können. Die beiden Beiträge beleuchten verschiedene Lehrformate und Betreuungsmodelle für internationale Studienanfänger_innen.

PANEL 2.2: Interdisziplinäre Vernetzung in Studienprojekten

Zeitraum:
13:45 – 15:00 Uhr

Panelverantwortung:
Dr. Andrea Dirsch-Weigand, KI²VA Studienprojekte, TU Darmstadt

Moderation:
Christian Hoppe, Hochschuldidaktische Arbeitsstelle, TU Darmstadt

Inputs:
Prof. Dr. Heribert Warzecha und Dr. Andrea Dirsch-Weigand, TU Darmstadt, „Kooperation und Kontrast – Vernetzung von Studierenden in interdisziplinären Studieneingangsprojekten“
Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Petzoldt und Dr.-Ing. Claudia Haaßengier, TU Ilmenau, „Welchen Vernetzungsimpuls setzen Studienprojekte für die Lehrenden?“

Abstract:
Interdisziplinäre Studienprojekte sollen Studierende befähigen, über Fachgrenzen hinweg zielgerichtet im Team zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit zwischen Lehrenden aus unterschiedlichen Fächern in den Studienprojekten Impulse für weitere Kooperationen setzen. In diesem Panel gehen wir deshalb zunächst der Frage nach, wie Studieneingangsprojekte gestaltet werden können, damit die Studierenden sowohl ihre Fachidentität als auch Kooperationsfähigkeit entwickeln können. Im Anschluss fragen wir danach, wie die spontanen oder dauerhaften Kooperationen der Lehrenden in den Studienprojekten zu einer Stärkung der Vernetzung von Lehre in unterschiedlichen Phasen und Kontexten des Studiums beitragen.

 

Panels Track III: Vernetzung über die Hochschule hinaus

PANEL 3.1: Netzwerke tutorieller Lehre

Zeitraum:
11:30 – 12:45 Uhr

Panelverantwortung:
Dr. Olga Zitzelsberger, KI²VA Tutorielle Lehre, TU Darmstadt

Moderation:
Dr. Olga Zitzelsberger, TU Darmstadt

Inputs:
Dr. Thomas Trebing, TU Darmstadt, „Fachtutor_innen qualifizieren: Der Mehrwert von interdisziplinärer Vernetzung“
Heike Kröpke, Netzwerk Tutorienarbeit an Hochschulen, „Überregionales Netzwerken am Beispiel ‚Netzwerk Tutorienarbeit an Hochschulen‘“

Abstract:
Tutorienarbeit hat sich in den letzten Jahren durch die Qualitätspakt Lehre-Projekte bundesweit quantitativ stark ausgeweitet und qualitativ durch die Ent- und Weiterentwicklung unterschiedlicher Konzepte deutlich ausdifferenziert. So wird inzwischen von einer Vielzahl unterschiedlicher Tutor_innen wie Orientierungstutor_innen, Projekttutor_innen oder auch Fachtutor_innen gesprochen. Auch das Netzwerk Tutorienarbeit hat sich im Zuge dieser bundesweiten Stärkung tutorieller Lehre stark erweitert. In den halbjährlichen Treffen gelingt es, durch die Entwicklung einer Zertifizierung der Tutor_innenqualifizierung verbindliche Qualitätsstandards in der tutoriellen Lehre zu etablieren und gleichzeitig unterschiedliche Ansätze bestehen zu lassen, um den verschiedenen Lehr- und Lernkulturen Rechnung zu tragen.
Im Rahmen des Panels werden die Rückwirkungen der bundesweiten Vernetzung auf die Qualifizierungsprogramme an den einzelnen Hochschulen am Beispiel der TU Darmstadt diskutiert. Darauf aufbauend wird die Frage behandelt, wie der Austausch zwischen verschiedenen Qualifizierungsprogrammen bundesweit effektiv gestaltet werden kann, um Wissen über Problemfelder und Best Practices weiterzugeben.

PANEL 3.2: Brücken bauen: Übergänge ins Studium gemeinsam gestalten

Zeitraum:
13:45 – 15:00 Uhr

Panelverantwortung:
Christine Preuß und Nele Peisker-Hein, KI²VA Brückenkonzept, TU Darmstadt

Moderation:
Christine Preuß, TU Darmstadt

Inputs:
Dr.-Ing. Claudia Goll (MINT-Kolleg Baden Württemberg)
Kirsten Rowedder (IHK Darmstadt)
Dr. Lannert (Technikdidaktik, TU Darmstadt)
Sabrina Schreiber (Max Planck Gymnasium Groß-Umstadt)
N.N. (Studentische_r Botschafter_in, TU Darmstadt)
Nele Peisker-Hein (KI²VA Brücke, TU Darmstadt)

Abstract:
Um angehende Studierende in ihrer Studienwahl und in der Studieneingangsphase zu unterstützen, etablieren viele Hochschulen Projekte und Angebote, die einen strukturierten Übergang von der Schule an die Hochschule ermöglichen. Dieses Panel fokussiert die Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Hochschulen und außeruniversitären Partnern: Welche Chancen bietet die Kooperation mit anderen Hochschulen, Schulen und außeruniversitären Initiativen (z.B. IHK, Schülerlabore)? Welche Erwartungen stellen die Kooperationspartner_innen an eine erfolgreiche Zusammenarbeit und wie können die entstehenden Netzwerke effektiv genutzt werden, um z.B. für MINT-Studiengänge zu begeistern?
Wir möchten mit den Teilnehmenden Chancen und Gelingensbedingungen von informellen Netzwerken diskutieren und dabei auch die Rolle von sogenannten studentischen Botschafter_innen als Role Model für Schüler_innen beleuchten. Zudem werden universitäre Fortbildungsangebote für Lehrkräfte vorgestellt, die an den Gymnasien für die Berufs-und Studienwahl zuständig sind. Die sich daraus ergebenden Synergien werden anhand verschiedener Beispiele im Panel präsentiert.

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an Projektverantwortliche und –mitarbeitende in Qualitätspakt Lehre-Projekten sowie alle an Studium und Lehre Interessierten anderer Hochschulen und Institutionen.

Tagungsorganisation
Melanie Fritsch, Jens Geisse, Sandra Bergmaier, Shirin Götz
KI²VA Projektkoordination
Telefon: +49 6151 16-27045
E-Mail: tagung@kiva.tu-darmstadt.de
Webseite: www.kiva.tu-darmstadt.de