PD Dr. Ute Kolb

PD Dr. Ute Kolb

Fachgebiet: Geomaterialwissenschaften
Fachbereich: Material- und Geowissenschaften
Gastzeitraum: November 2012 – Oktober 2014

Kontaktinformation --- so erreichen Sie Frau Dr. Kolb im FB

Lehr- und Forschungsgebiet: Elektronenkristallographie
Vorherige berufliche Station: Zentrum für hochauflösende Transmissionselektronenmikroskopie in Mainz
Wichtigste berufliche Stationen: Universität Kaiserslautern, Johannes Gutenberg Universität Mainz und besonders TU Darmstadt
Persönliche Homepage

1. Wieso sollten Studierende Ihre Lehrveranstaltungen besuchen?
Unser Leben ist durchwoben von natürlichen und synthetischen Materialien, vom Sternenstaub, über Druckfarben bis hin zu pharmazeutischen Wirkstoffen, deren physikalische Eigenschaften von ihrer nanoskaligen Struktur bestimmt werden. Die Elektronenkristallographie will diese Strukturen über Abbildungs- und Beugungsmethoden aufklären und die Zusammenhänge zwischen Struktur und Eigenschaften verstehen. Unsere neu entwickelte Methode, die den Beugungsraum tomographisch, also dreidimensional erfasst, erlaubt es, an einem einzelnen Nanokristall eine vollständige Kristallstrukturanalyse durchzuführen, dort wo keine Röntgenstrukturanalyse mehr möglich ist. Die Anwendungsgebiete sind so mannigfaltig wie die Materialien, die uns umgeben, und greifen in Bereiche wie Geologie, Paläontologie, Archäologie, Medizin, Biologie und Chemie.

2. Wieso haben Sie die TU Darmstadt für ihre KIVA-II-Gastprofessur ausgewählt?
Der Fachbereich Material- und Geowissenschaften an der TU Darmstadt vereint zwei Kernwissenschaften, mit denen ich durch mein Studium und meine Forschungstätigkeit bereits eng verbunden bin. Die vorhandenen leistungsfähigen Transmissionselektronenmikroskope erlauben die Implementierung unserer neuen Elektronenbeugungsmethode, so dass Kooperationen und Lehrangebot schnell etabliert werden können. Durch die Nähe zu Mainz kann ich meine Gruppe dort aufrecht erhalten und eine größtmögliche Synergie zwischen den Universitäten erreichen.

3. An der TU Darmstadt und insbesondere im Rahmen von KIVA wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachbereichen/Fachgebieten?
An der TU Darmstadt bieten sich überall dort Kooperationsmöglichkeiten, wo nanokristalline Materialien strukturell charakterisiert werden müssen. Eine hochaktuelle Fragestellung ist die Beschreibung von Fehlordnungen oder teilkristallinen Verbindungen. Außerdem entwickeln wir stetig unsere Methoden weiter, die besondere Ansprüche in Bezug auf die Verarbeitung großer Datenmengen, 3D Visualisierung und theoretische mathematische Ansätze, wie z.B. compressed sensing zur Vervollständigung von lückenhaften Daten beinhalten. Hier sind für uns besonders Kooperationen mit Informatik und Mathematik wichtig.

4. Was ist Ihr bester Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag?
Sport (bevorzugt out-door), meine Familie, Freunde treffen.