Dr. Josef Riese

Dr. Josef Riese

Fachbereich: Physik
Gastzeitraum: April – September 2015

Kontakt zu Herrn Dr. Riese

josef.riese@physik.tu-…

Lehr- und Forschungsgebiet:

  • Lehrerbildungsforschung & Evaluation der Lehrerbildung
  • Entwicklung von Diagnoseinstrumenten und Fördermaßnahmen in der Hochschullehre
  • Videogestützte Begleitung von Praxisphasen im Lehramtsstudium Physik
  • Schülervorstellungen
  • Interessenförderung & Kompetenzorientierung im Physikunterricht der Sekundarstufe I
  • Entwicklung und Evaluation von interessenfördernden und kompetenzorientierten Unterrichtsmaterialien
  • Fachdidaktische Begleitforschung bei Schülerlaboren

Vorherige berufliche Station:

  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Didaktik der Physik, Universität Paderborn (seit 2013)
  • Lehrer am Gymnasium St. Michael in Paderborn (Physik/Mathematik) & Referent in der Hauptabteilung „Schule und Erziehung“ des Erzbistums Paderborn für den Bereich Naturwissenschaften (2013-2015)
  • Zweite Staatsprüfung für das Lehramt der Sekundarstufen II und I (Physik/ Mathematik) (2013)
  • Promotion an der Universität Paderborn, Thema: „Professionelles Wissen und professionelle Handlungskompetenz von (angehenden) Physiklehrkräften„ (2009)
  • Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der AG Didaktik der Physik der Universität Paderborn (2006-2011)
  • Studium für das Lehramt in den Fächern Physik und Mathematik für die Sekundarstufe II/I an der Universität Paderborn und der Karl-Franzens-Universität Graz (2001-2006)

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2015:

  • Fachdidaktisches Forschungsseminar “Methoden naturwissenschaftlichdidaktische Forschung"
  • Fachdidaktisches Seminar
  • Examenskolloquium zur Vorbereitung fachdidaktischer Forschungs- und Abschlussarbeiten
  • Tutorium zur Physik II
  • Tutorium zur Quantenphysik

1. Wieso sollten Studierende Ihre Lehrveranstaltungen besuchen?
Vielerorts hat der Physikunterricht mit speziellen Herausforderungen zu kämpfen. So gilt Physik in der Sekundarstufe I als eines der schwierigsten und zugleich unbeliebtesten Fächer. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der Physikunterricht mit geringem und stetig abnehmendem Interesse zu kämpfen hat. Dies wiederum führt insbesondere bei Schülerinnen dazu, dass naturwissenschaftlich-technische Berufe selten von Schulabgängern gewählt werden, obwohl dieser Bereich ausgezeichnete Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Doch wie kann man den Physikunterricht gleichermaßen interessant und verständlich gestalten, ohne die jeweiligen Bildungsziele aus dem Blick zu verlieren? Wie kann man der Heterogenität von Lerngruppen im Schulalltag gerecht werden? Wie kann Physikunterricht lernwirksam geplant und strukturiert werden? In meinen Lehrveranstaltungen versuche ich den Studierenden hierzu einige Ansätze und Methoden mit an die Hand zu geben, die auf fachdidaktischen Forschungsergebnissen beruhen und praktisch erprobt sind. Studierende höheren Semesters bekommen darüber hinaus das Angebot eines videogestützten Coachings, um ihre Lehrkompetenz individuell zu entwickeln, während sie praktische Erfahrungen in der Schule sammeln. Wer darüber hinaus Interesse an einer Abschlussarbeit im Bereich Fachdidaktik hat, bekommt im Rahmen eines Forschungsseminars einen Einblick in fachdidaktische Forschung und fachdidaktische Forschungsmethoden, die in Mini-Forschungsprojekten erprobt werden können.

2. Wieso haben Sie die TU Darmstadt für ihre KIVA-II-Gastprofessur ausgewählt?
Die TU Darmstadt hat einen ausgezeichneten Ruf in der deutschen Hochschullandschaft. Bislang existiert in der Physik noch keine fachdidaktische Professur, da engagierte Kollegen aus dem Fachbereich Physik die Ausbildung der angehenden Lehrkräfte übernommen haben. Aufgrund der hohen Wertschätzung für die Fachdidaktik und zur Optimierung der Ausbildungsbedingungen für angehende Lehrkräfte wurde nun die Etablierung physikdidaktischer Forschung angestoßen, wodurch ich die reizvolle Chance bekommen habe, Aufbauarbeit in diesem Bereich zu leisten. Den Ausschlag für die TU haben schließlich familienfreundliche Arbeitsbedingungen gegeben, was für mich besonders wertvoll ist, da ich vor kurzem Vater geworden bin.

3. An der TU Darmstadt und insbesondere im Rahmen von KIVA wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachbereichen/Fachgebieten?
Fachdidaktik stellt in der Ausbildung angehender Lehrkräfte die Schnittstelle von Fachwissenschaft und allgemeiner Erziehungswissenschaft dar und ist so per se interdisziplinär. Schließlich kann Physik nicht ohne fachliches Wissen, aber eben auch nicht nur auf der Grundlage von Fachwissen unterrichtet werden, ohne über grundlegende didaktische und methodische Kompetenzen zu verfügen, die auf das Fach zugeschnitten sind und die spezifischen Herausforderungen (s.o.) adressieren. Darüber hinaus ergeben sich im Bereich der empirischen fachdidaktischen Forschung Schnittstellen zur pädagogischen Psychologie, da die Methoden dieser Forschungsdomäne in vielen Bereichen genutzt werden. Hier sind beispielsweise die Diagnose von Lernvoraussetzungen (Wissen, Interesse, Motivation) oder Kompetenzmessungen zur Evaluation des Kompetenzerwerbs bei Studierenden (mein Forschungsschwerpunkt, s.o.) zu nennen. Gleichzeitig ergibt sich damit eine Schnittstelle zur Hochschuldidaktik: Wie muss das (Lehramts-)Studium angelegt sein, um angehenden Lehrkräften den Erwerb von Kompetenzen zu ermöglichen, die sie zur Bewältigung von beruflichen Anforderungen benötigen?

4. Was ist Ihr bester Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag?
Neben sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Radfahren und (Berg-)Wandern hilft mir die Gartenarbeit beim Ausgleich. Auch ein spannendes Buch ist nicht zu verachten. Und natürlich ist es unglaublich toll, bei den ersten Schritten meines Sohnes ins Leben teilzuhaben!