Dr. Markus Prechtl

Dr. Markus Prechtl

Fachbereich: Chemie
Gastzeitraum: Oktober 2013 – September 2014

Kontakt zu Herrn Dr. Prechtl am Fachbereich Chemie (Telefon & Mail):

KIVA Gastprofessor Dr. Markus Prechtl

Alarich-Weiss-Straße 4

64287 Darmstadt

06151-16-76798

prechtl@chemie.tu-…

http://www.chemie.tu-darmstadt.de/aktuelles_5/aktuellesdetailansicht_chemie_18112.de.jsp

Lehr- und Forschungsgebiet:

  • Fachdidaktik Chemie
  • Gender Studien und naturwissenschaftliche Bildung

Vorherige berufliche Station:

  • Studium des Lehramts Chemie/Biologie und anschließende Promotion in Chemiedidaktik an der Universität zu Köln
  • Lehramtsanwärter und Lehrer an Realschulen in Oberhausen und Frechen
  • Studienrat im Hochschuldienst an der Universität Siegen
  • Gastprofessur für Gender & Diversity an der Leibniz Universität Hannover

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2014:

  • Risikoverhalten aus Sicht von Chemiedidaktik und Gender Studies
  • Fachdidaktisches Forschungsseminar: Gendersensible Ausbildung in der Chemie
  • Begleitseminar zur Qualifikationsarbeit in der Chemie
  • Organische Chemie unterrichten – Modelle und Methoden für die Praxis (gemeinsam mit Esther von Estorff)

Weitere Informationen zu Vita und Lehre von Herrn Dr. Prechtl

1. Wieso sollten Studierende Ihre Lehrveranstaltungen besuchen?
Im Rahmen meiner Lehrveranstaltungen lernen die Studierenden ein breites Spektrum an fachdidaktischen Konzepten kennen. Die Kenntnisse, die sie gewinnen, erlauben ihnen vielfältige Lerninhalte an Jugendliche mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen unter Zugriff einer Vielzahl an Methoden und Medien zu vermitteln. Neben grundlegenden Begriffen wie „Bildung“, „Kompetenzen“ und „Selbstkonzept“ wird eine Reihe von praxisorientierten Fragestellungen erarbeitet: Wie lassen sich naturwissenschaftsbezogene Inhalte sprachlich und visuell lernwirksam kommunizieren? Wie wird man der Heterogenität von Lerngruppen im Schulalltag gerecht? Welche Strategien bieten Hilfestellungen bei der Planung und Strukturierung von Unterricht? Wie können Demonstrations- und Schülerexperimente wahrnehmungswirksam und sicher durchgeführt werden?

Wenn der Aspekt „Gender“ im Mittelpunkt steht, wird anhand praktischer Übungen erprobt, wie das räumliche Vorstellungsvermögen trainiert und förderliche und hinderliche Erklärungsmuster von Mädchen und Jungen für (Miss)Erfolge erkannt werden können. Außerdem erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem stereotypen Image der Naturwissenschaften. Mit Blick auf berufliche Karrieren werden Einstiegsbarrieren und Diskriminierungserfahrungen entlarvt, Frauen, deren Leistungen in den Naturwissenschaften ignoriert wurden, aufgespürt und Potenziale von Mentoring-Projekten beleuchtet.

Kurzum: Mein Ziel ist, die Studierenden mit Handwerkszeug auszurüsten, das sie dazu befähigt, als zukünftige Lehrkräfte in der Schulpraxis einen fachwissenschaftlich und fachdidaktisch qualitativ hochwertigen Unterricht anzubieten.

2. Wieso haben Sie die TU Darmstadt für ihre KIVA-II-Gastprofessur ausgewählt?
Die TU Darmstadt hat einen sehr guten Ruf und bietet ihren Angehörigen hervorragende Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Besonders gefällt mir, dass das Dekanat des Fachbereichs Chemie an der Fachdidaktik ein echtes Interesse zeigt. Im Gegensatz zu der noch oft vorzufindenden Auffassung, dass allein das Fachwissen eine Lehrkraft qualifiziere und man das Unterrichten in die Wiege gelegt bekomme – oder eben nicht –, wird hier das gesamte Spektrum der Lehrerausbildung gewürdigt. Die Wertschätzung für die Fachdidaktik war für mich das entscheidende Kriterium bei der Wahl der TU Darmstadt für die Gastprofessur. Fernerhin spielt eine Rolle, dass mir das Arbeits- und Wohnumfeld sympatisch erscheint und ich berufliche Herausforderungen einfach mag.

3. An der TU Darmstadt und insbesondere im Rahmen von KIVA wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachbereichen/Fachgebieten?
Die Fachdidaktiken sind per se interdisziplinär angelegt. Naturwissenschaftlicher Unterricht kann nicht allein auf der Grundlage des verfügbaren Wissens aus den Fachbereichen Chemie oder Biologie gestaltet werden. Bei der Entwicklung und Gestaltung von Unterricht müssen fachwissenschaftliche Sichtweisen und die Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen aufeinander bezogen und mit fachdidaktischen Zielsetzungen in Einklang gebracht werden. Damit fachliche Informationen so rekonstruiert werden können, dass Schülerinnen und Schüler diese überhaupt auf ihre lebensweltlichen Vorstellungen beziehen können, muss auf Konzepte aus den Bereichen Psychologie, Pädagogik und Soziologie zugegriffen werden. Zudem sind die Kontexte, in die viele Informationen eingebettet sind, äußerst komplex und können von einem einzigen Standpunkt aus nicht hinreichend betrachtet werden. Deshalb ist es in den Fachdidaktiken üblich, Lernarrangements fachübergreifend zu planen. Dabei kommen prinzipiell alle Nachbardisziplinen in Frage, angefangen von Physik, Technik und Mathematik, über die Gesellschaftswissenschaften und Sprachen, bis hin zu Kunst, Religion und Sport.

Desgleichen werden im Rahmen der Seminare mit dem Schwerpunkt „Gender“ biologische, psychologische und soziologische Perspektiven bemüht, damit die Vielfalt der Lesarten von Geschlecht entdeckt und reflektiert werden können.

4. Was ist Ihr bester Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag?
Meine Arbeitstage empfinde ich nur sehr selten als stressig. Natürlich gibt es etliche Anforderungen, die Zeit und Engagement verlangen. Die Freude, die während der Arbeit mit den Studierenden entsteht, überwiegt aber die Anstrengung. Dennoch sehe ich für mich einen hohen Wert darin, gesundheitlich fit zu bleiben und mich in verschiedenen Bereichen zu entwickeln. Dabei helfen mir meine Freunde und meine Familie sowie einige sportliche und naturnahe Aktivitäten, die ich sehr schätze, wie das Sportklettern, Joggen und Wandern. Entspannung finde ich auch auf der Yoga-Matte oder auf der Couch mit einem guten Buch.