Matthias Nohn MPP

Dipl.-Ing. MPP Matthias Nohn

Fachbereich: Architektur
Gastzeitraum: März 2012- Februar 2013
Lehr- und Forschungsgebiet: Urban and Economic Development
Vorherige berufliche Station: Independent Consultant and TU Berlin
Wichtigste berufliche Stationen: TU Berlin; Kennedy School of Goverment, Harvard University; TU Darmstadt.
Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2012/13:
* International Development Cooperation: Interdisciplinary Slum Improvement and Prevention Strategies that Work (Seminar mit Übung)
* The Social City – Bilateral German-Polish Workshop on Neighbourhood Development Programs (Seminar mit Übung)
Details dazu sind in TUCaN zu finden.
Persönliche Homepage: http://www.linkedin.com/in/mattnohn

1. Wieso sollten Studierende Ihre Lehrveranstaltungen besuchen?
In meiner Lehre fördere ich gezielt interdisziplinäre Ansätze in einem internationalen und interkulturellen Umfeld. Daher werden meine Seminare meist über mehrere Fachbereiche angeboten. Oft besuchen Studierende verschiedenster Fachsemester und Programme die Veranstaltungen und haben so eine einmalige Gelegenheit, sich mit anderen Studierenden und mir auszutauschen. Zum Beispiel unterrichtete ich im Seminar Slum Policies that Work, welches gemeinsam vom Fachbereich Architektur und dem Zentrum für Interdisziplinäre Studienschwerpunkte (CiSP) am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften angeboten wurde, Studierende aus Bachelor- und Masterprogrammen der Geografie, Friedens- und Konfliktforschung, Architektur und Stadtplanung, Umweltwissenschaften, Soziologie, Maschinenbau, Wirtschaftsingenieurwesen und Bauingenieurwesen gemeinsam. Mit dieser bunten Truppe erforsche ich Lösungsansätze von Nichtregierungsorganisationen, dem Privatsektor, sowie Städten und Zentralregierungen aus Lateinamerika, Afrika und Asien. Durch meine Arbeitserfahrungen in fast 30 Ländern, mit fast zehnjährigem Aufenthalt vor Ort, kann ich den Studierenden anschaulich von den spezifischen kulturellen, soziopolitischen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen und Lösungen berichten.

2. Wieso haben Sie die TU Darmstadt für ihre KIVA-II-Gastprofessur ausgewählt?
Neben der Harvard Universität ist die TU Darmstadt meine Alma Mater. Hier habe ich von 1998 bis 2004 selbst studiert und profitiere bis heute von hier erworbenem Wissen und Netzwerken. Mit starker Unterstützung damaliger Professoren wurde ich für das Stiftungskolleg für Internationale Aufgaben, einem Programm der Deutschen Studienstiftung, der Robert Bosch Stiftung und des Auswärtigen Amts, sowie dem McCloy Programm an der Harvard Universität ausgewählt. Erst diese Programme haben mir ein ereignisreiches und hochinteressantes Berufsleben eröffnet. Die damalige Unterstützung möchte ich der TU Darmstadt und ihren heutigen Studierenden gerne wieder zurückgeben. Zudem ist am Fachbereich Architektur das Mundus Urbano Master Program in International Cooperation and International Development, ein Erasmus Mundus Exzellenzprogramm der EU, angesiedelt. Dieses Programm, das exakt meinen eigenen beruflichen Aufgaben entspricht, wollte ich fördern und stärker in den Fachbereich Architektur und die TU Darmstadt integrieren. Mit der Einwerbung von mehreren Millionen Euro EU-Drittmittel, die die Fortführung des Programms bis 2018 sichern, ist mir dies auch zumindest teilweise gelungen.

3. An der TU Darmstadt und insbesondere im Rahmen von KIVA wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachbereichen/Fachgebieten?
Durch meine eigene sowohl bodenständige als auch interdisziplinäre Ausbildung (vom Maurer zum Architekt und Stadtplaner über die internationalen Angelegenheit hin zu Verwaltungswissenschaften und Entwicklungsökonomie) arbeite ich grundsätzlich nicht auf Basis einzelner Disziplinen. Dies wäre in meinem Tätigkeitsfeld, der internationalen Stadtentwicklung, auch kontraproduktiv, wenn nicht sogar gefährlich. Insofern ist die bereits zuvor beschriebene Kooperation mit anderen Fachbereichen die Grundidee meines Schaffens an der TU Darmstadt. In diesem Rahmen fördere ich Interdisziplinarität ständig in meiner Lehre – und fordere dies auch von Kollegen wie Studierenden ein.

4. Was ist Ihr bester Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag?
Oh. Das kommt ganz darauf an: Zum Beispiel ein Gutes Spiel von Borussia Mönchengladbach mit einem herben Bier, 1.000 aktive Meter in der Schwimmhalle, oder ein ruhiges Familienwochenende…