Dr. Helene Götschel

Dr. Helene Götschel

Foto: Scholz Photo Atelier
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Fachbereich: Humanwissenschaften
Gastzeitraum: April 2012 – März 2014
Lehr- und Forschungsgebiet: Gender und Naturwissenschaften
Vorherige berufliche Station: TU Hamburg-Harburg
Wichtigste berufliche Stationen: TU Hamburg-Harburg, Universität Uppsala, Universität Hamburg
Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2012/13:
* Der heimliche Lehrplan. Geschlechtertypisierungen in Unterricht und Gesellschaft
* Einführung in Theorien der Geschlechterforschung
* Geschlechtervorstellungen und Biologisches Wissen
* Physik aus Sicht der Wissenschafts- und Geschlechterforschung
Details dazu sind in TUCaN zu finden.
Persönliche Homepage an der TU Darmstadt

1. Wieso sollten Studierende Ihre Lehrveranstaltungen besuchen?
Als KIVA-Gastwissenschaftlerin an der TU Darmstadt richten sich meine Lehrveranstaltungen insbesondere an angehende Lehrkräfte für naturwissenschaftlich-technische Unterrichtsfächer. Die Studierenden wissen, dass sie neben dem fachlichen und pädagogischen Wissen für ihre Schulpraxis in der globalen Wissensgesellschaft des 21. Jahrhunderts auch Kompetenzen in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit, Heterogenität und Vielfalt benötigen. In meinen Veranstaltungen können sie die geschlechtlichen Konnotationen von MINT-Unterrichtsfächern und die eigenen Haltungen und Normvorstellungen zu geschlechtsspezifischen Zuschreibungen reflektieren.

2. Wieso haben Sie die TU Darmstadt für ihre KIVA-II-Gastprofessur ausgewählt?
Das Interesse der TU Darmstadt an interdisziplinären Ansätzen, etwa im Konzept „Kompetenzentwicklung durch interdisziplinäre Vernetzung von Anfang an“ (KIVA) und das Interesse des Instituts für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik für Geschlechterforschung sind nicht nur ein Lippenbekenntnis, sondern sind motiviert durch den ernsthaften Wunsch nach einer innovativen, grundlegenden Beschäftigung mit Technik und Gesellschaft im 21. Jahrhundert und deren Vermittlung. Meine Kompetenzen als europäisch ausgewiesene Expertin der Gender Studies mit einem Arbeitsschwerpunkt in der Geschlechterforschung zur Physik werden von meinen Kolleginnen und Kollegen, von der Hochschulleitung und auch vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst sehr geschätzt.

3. An der TU Darmstadt und insbesondere im Rahmen von KIVA wird Interdisziplinarität großgeschrieben. Wo gibt es in Ihrem Arbeitsfeld Schnittstellen zu anderen Fachbereichen/Fachgebieten?
Die Geschlechterforschung ist per se ein interdisziplinäres Forschungsfeld, in dem sich vor allem kultur- und sozialwissenschaftliche Ansätze ergänzen. In diesem Sinne bringe ich auch geschichtliche und soziologische Fragestellungen in die pädagogische Lehre ein. Darüber hinaus ist es mein Anliegen, naturwissenschaftlich-technische Perspektiven in der Geschlechterforschung zu stärken – etwa in den aktuellen, von der Quantenmechanik inspirierten Theorieansätzen der „New Feminist Materialisms“ – und die Forschung zu Gender und MINT über die konstruktivistischen und differenztheoretischen Ansätze der 1980er Jahre hinaus um aktuelle Fragestellungen der Geschlechterforschung zu Kultur und Geschlecht zu erweitern. Am Fachbereich Humanwissenschaften bestehen sehr gute Arbeits- und Forschungszusammenhänge mit dem Forschungsteam der Professur für Mode und Ästhetik (Postcolonial Studies), dem Arbeitsschwerpunkt „Historische Zugänge zum Verstehen der Naturwissenschaften“ (Professur für Pädagogik der Natur- und Umweltwissenschaften) und dem Projekt „Verbesserung der Unterrichtsqualität in den MINT-Fächern“ (Praxislabor). Fachbereichsübergreifend besteht eine Kooperation mit der Physik (Projekt Physics 100 mit innovativen Lehr-Lernkonzepten in der Physik Grundausbildung; Entwicklung eines nichttechnischen Ergänzungsfachs Pädagogik mit Schwerpunkt Genderforschung für den Bachelor of Science Physik) und ein Erfahrungsaustausch mit dem Fachbereich Maschinenbau (Institut für Arbeitswissenschaft).

4. Was ist Ihr bester Ausgleich zu einem stressigen Arbeitstag?
Schwimmen im Jugendstilbad und Nonogramme malen.